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Intelligenz

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IQ (= Intelligenzquotient)


1905 stellte der französische Psychologe Alfred Binet den ersten IQ-Test vor. Seit damals sind die Tests stark verfeinert und genauer geworden. Allerdings werden und wurden sie zu recht auch immer wieder angegriffen.
Der Prüfling muss Zahlenreihen fortsetzen, Bilder ergänzen, graphische und räumliche Probleme lösen, logische Folgerungen aus zwei Aussagen ziehen, Sätze beenden und unpassende Wörter erkennen, dies meist unter Zeitdruck. Anhand der gelösten Aufgaben wird ein Wert berechnet, der relativ zum willkürlichen „Normalwert“ 100 die Intelligenz angeben soll.
Das sagen die errechneten Werte aus:

IQ Intelligenzgrad Bevölkerungsanteil

140+ genial 1%
130-139 hochbegabt 1.1%
120-129 talentiert 10.4%
110-119 intelligent 18%
90-109 normal begabt 48%
80-89 lernbehindert 14%
70-79 geistig behindert 5%
-69 schwachsinnig 2.5%

Die Werte sind problematisch, weil nicht klar ist, was genau gemessen werden soll. Es gibt Forscher, die 150 Komponenten von Intelligenz messen wollen, während andere nur zwei unterscheiden. So könnte man z.B. auch körperliche, musikalische und emotionale Intelligenz messen.
Auch andere Fakten sprechen gegen IQ-Tests: Je höher der IQ, desto widersprüchlicher die verschiedenen Testergebnisse. Man hat schon Verbesserungen von 20 Punkten gemessen. Man hat entdeckt, dass der Durchschnitts-IQ in 14 Industriestaaten seit Beginn der Tests kontinuierlich bessere Resultate ergeben hat, im Schnitt drei Punkte pro Jahrzehnt. So schnell können sich Gene nicht ändern. Dies zeigt uns, dass man Intelligenz bis heute eben nicht wirklich messen kann. Ausserdem verhilft ein hoher IQ allein weder zu guten Leistungen noch zu Zufriedenheit im Leben.




Hochbegabung


Hochbegabte zeichnen sich vor allem durch eine schnelle Auffassungsgabe und ein gutes Gedächtnis aus.
Hochbegabte Kinder werden beneidet und haben es doch sehr schwierig: Sie sind schnell unterfordert und langweilen sich und werden oft ausgegrenzt, weil sie andere Interessen haben oder als Streber gelten. Dadurch können sie zu Klassenclowns werden, jede Leistung verweigern oder durch schlechtes Betragen auffallen.
Hochbegabte sind in manchen Bereichen anders. Sie prügeln sich selten, da Konfliktlösung eine ihrer klassischen Eigenschaften ist, sie brauchen wenig Schlaf, haben viel Ausdauer und eine höhere Lebenserwartung, können zu Depressionen oder Aggressivität neigen, sind fast immer motiviert und denken anders. Dies nennt man divergenzorientiertes Denken. Das heisst, dass die Aufgabe mit ungewöhnlichen und individuellen Assoziationen beantwortet wird.
Manche hochbegabte Kinder machen Schlagzeilen, wie z.B. eine Engländerin, die mit elf Jahren - IQ 173 - ein Mathematikbuch veröffentlichte. Oder der amerikanische Junge, der mit drei Jahren lesen konnte wie ein Sechstklässler. Rund 80% aller Hochbegabten bleiben jedoch unerkannt. In der Schweiz werden im Vergleich zu anderen Ländern keine systematischen IQ-Tests durchgeführt. Das ist wohl besser so. Allerdings würde es unserem Schulsystem wohl nicht schaden, wenn etwas mehr für begabte Kinder getan würde. Lernschwache werden mit Spezialprogrammen gefördert, während sich Begabte langweilen, weil sie schon lange begriffen haben, was ihnen erzählt wird.


  
Was ist Intelligenz?
von Joachim Funke,
Bianca Vaterrodt
Siehe auch:
Intelligenz: Fakten und Mythen
Intelligenztests
Gewalt in der Schule. Was Lehrer und Eltern wissen...
Psychologie des Lernens (Springer-Lehrbuch)
Pädagogische Psychologie: Ein Lehrbuch
Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens
 
   
 
     
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